Projektbeschreibung der Bibliotheks-AG des Kaiser-Karls-Gymnasiums

Als älteste Schule Aachens besitzt das Kaiser-Karls-Gymnasium einen Vorteil, der die Herzen von BücherliebhaberInnen höher schlagen lässt: Auch unsere Lehrerbibliothek hat eine lange Geschichte aufzuweisen und enthält noch Einzelstücke der ursprünglich von den Jesuiten gegründeten Bibliothek der Schule. Die älteseten Werke stammen aus den Jahren um 1550 (rechts ein griechisch-lateinisches Lexikon aus dem Jahre 1554). Unsere Bibliothek hat die Wirrungen der Kriegsjahre schadlos überstanden und steht uns auch heute noch mit rund 17.000 Bänden zur Verfügung (weitere Informationen über den Bestand der Bibliothek finden Sie hier: http://fabian.sub.uni-goettingen.de/fabian?Kaiser-Karls-Gymnasium_(Aachen) ).

 

Nachdem die Lehrerbibliothek zuletzt in den 80er-Jahren regelmäßig durch Ausleihen auch von Universitätsangehörigen genutzt wurde, fiel sie in den letzten Jahren gewissermaßen in einen Dornrösschenschlaf. Die Schulentwicklung brachte eine Wende hin zu den Natur-wissenschaften mit sich; die alten Sprachen traten dem Geist der Zeit geschuldet einen Rückzug an.

Nun ist es an der Zeit, das kulturelle Lernen an unserer Schule erneut in den Mittelpunkt zu stellen. Daher haben wir die Aktivitäten in diesem Bereich neu strukturiert: Zahlreiche Kooperationen wurden neu gegründet und in ein Gesamtkonzept integriert, so z.B. mit dem Centre Charlemagne und dem Grashaus.

An dieser Stelle möchte die Bibliotheks-AG einen ganz eigenen Akzent setzen. Sie entstand spontan aus der großen Begeisterung von Schülerinnen und Schülern der 7. und 10. Klassen nach einem Besuch in der Lehrerbibliothek. Unmittelbar nach dem Betreten waren die Schüler von der Atmosphäre der Räume und dem Zauber der historischen Einzelstücke eingenommen - sofort entstanden Fragen und spannende Geschichten ("Nachts in der Lehrerbibliothek").    Tatsächlich ist die Bibliothek für jeden, der sie betritt, ein besonderer Lernort.

Ziele der Bibliotheks-AG

  • Erhalten und Nutzbarmachen wertvoller Kulturgüter
  • Wiederbelebung der Bibliothek als besonderer Lernort
  • Digitalisierung von Teilen des Katalogs, von Einzelbänden der Bibliothek (vor allem aus den Jahren 1500–1830) sowie der erhaltenen Korrespondenz aus dem ersten Weltkrieg (einzelne Texte könnten als E-Book auf der Schulhomepage für alle Interessierten zugänglich gemacht werden)
  • Neue Einbindung des Kollegiums durch vereinfachten, digitalen Zugang zu Katalog und Einzelbänden
  • Erarbeitung von Arbeitsblättern für Schüler zur Bibliothekserkundung (Wann wurde das Buch gedruckt? …)
  • Erarbeitung eines Konzeptes zur Verankerung des Arbeitens mit Originalquellen im schulinternen Curriculum einzelner Fächer (Geschichte, Latein, Philosophie, Politik, Religionslehre) – auch im Rahmen von Projekten zum wissenschaftspropädeutischen Arbeiten / der Vorbereitung auf Facharbeiten
  • von Schülern geleitete Bibliotheksführungen mit Powerpoint-Präsentation über die Geschichte der Bibliothek und einzelne Bücher (auch ggf. im Rahmen der „Nacht der Bibliotheken“)
  • Langfristig: Restaurieren von einzelnen Büchern (Beauftragung eines Buchbinders, Gewinnung von Sponsoren

Bei unseren Recherchen stießen wir zudem auf ein Museum, das unsere Pläne noch weiter anfeuerte: Das Teylers-Museum in Haarlem bei Amsterdam besitzt eine der schönsten

Sammlungen und Bibliotheken und wird vom ehemaligen Leiter des Britischen Museums, Neil McGregor, gar zu den vier großen noch erhaltenen Vermächtnissen der Aufklärung gerechnet.

Das Museum ist zwar 250 km von Aachen entfernt, bietet aber als herausragender „Tempel des Wissens“ eine einmalige  Umgebung, die interessierten Schülern ein breites Spektrum an Bildungsmöglichkeiten bietet.

Die mediale Präsentation des Museums durch seine Homepage ist vorbildlich und zeigt, wie alte Kulturschätze leicht einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden können.

Von daher lag es nahe, auch eine Kooperation mit dem Teylers-Museum als Ziel mit aufzunehmen:

Kooperation mit dem Teylers Museum: in Abständen von 1-2 Jahren besucht eine  SchülerInnengruppe das Museum als einzigartige außerschulische Lernstätte. Das Teylers-Museum bietet dabei die Themenführung "Wikipedia of the Enlightenment" an, entweder in englischer oder (nach Verfügbarkeit) in deutscher Sprache. Umgekehrt könnten unsere Schüler Vorträge über einzelne Bücher aus unserer Bibliothek vorbereiten und dem Museum unsere Bestände vorstellen. Diese Kooperation wird dann gleichzeitig Bestandteil des in Erarbeitung stehenden Europa-Profils unserer Schule, das regelmäßige Besuche und Austauschmaßnahmen vorsieht. Für die Teilnehmer der Bibliotheks-AG sollen die Fahrtkosten des Besuchs möglichst durch  Fördermöglichkeiten übernpmmen werden, weitere interessierte Schüler könnten zu dieser Exkursion eingeladen werden, müssten die Fahrtkosten aber gegebenenfalls selbst tragen. (Link zum Museum:  http://www.teylersmuseum.nl/nl)

Kostenplanung für eine Bibliotheks-AG

1) Arbeitsmittel

Um die Bücher unserer Bibliothek zeitgemäß digital verfügbar zu machen, muss eine Grundausstattung an technischen Hilfsmitteln zur Verfügung stehen. Mögliche Arbeitsmittel wären:

  1. a) ein Buchscanner, der Bücher ohne den Buchrücken zu strapazieren einscannen kann.
    Kosten: ab ca. 1700 € (z.B. OpticBook A300), professionelle Geräte kosten oft über 5000 € und sind für unsere Zwecke zu kostspielig.
    Alternative: Eine mögliche Ausleihe eines solchen Gerätes wäre zu prüfen, wahrscheinlich aber auch nur unter hohem Aufwand und eingeschränkter Nutzung möglich.
  2. b) ein mobiles Gerät, das Scanner, bearbeitendes Gerät (Computer) und Präsentationsmöglichkeit vereint, z.B. ein großformatiges Tablet wie das iPad pro. Erfassung, Bearbeitung und Präsentation wären in einem Arbeitsgang möglich. Zudem könnte damit die Bibliothek im Unterricht und bei Veranstaltungen der Schule mühelos präsent gemacht werden, sozusagen als virtuelle Bibliothek. Die Mobilität eines solchen Gerätes wäre im Vergleich mit dem stationären Scanner sicherlich ein großer Vorteil. Über die an der Schule vorhandene Grundausstattung für die iPad-Nutzung (mobile Access-Points ermöglichen Internetzugang, Apple-TV ermöglicht drahtlose Präsentation, etc.) könnte das Gerät problemlos eingebunden und genutzt werden.

Kosten: ca. 1000 €

2) Kosten für externe Beratung

Auch wenn bekannte Buchbinder, Kollegen und Bibliothekare der RWTH möglicherweise bereit sind, ehrenamtlich Ratschläge für die weitere Vorgehensweise zu geben, sind angesichts des insgesamt hohen Zeitaufwandes für die Sichtung des Bestandes sicher auch Kosten für eine fachliche  Beratung einzuplanen. Anfänglich werden diese mit 300 € veranschlagt.

3) Kosten für Restaurierung

Die Kosten für eine umfangreiche Restaurierung des Bestandes wären so groß, dass sie jeden Haushalt sprengen würden. Für die Restaurierung eines Buches können je nach Aufwand durchaus 300-500 € anfallen. Die umfassende Restaurierung der Bestände kann also nicht das Ziel der Bibliotheks-AG sein, wohl aber die Einschätzung des Bestandes, die fundierte Auswahl von vorrangig zu erhaltenden Büchern sowie die Gewinnung von Sponsoren.

Für den Start der AG rechnen wir mit einem notwendigen Budget von 1500 €, darin wären die Anschaffung einer technischen Grundausstattung und erste Kosten für eine Beratung durch externe Experten inbegriffen.

Für die weitere, umfassendere Arbeit rechnen wir mit einem Budget von ca. 3000 €.

Selbstverständlich werden Vertreter der Stadt Aachen, der RWTH und unsere Sponsoren nach der ersten Arbeitsrunde zur Präsentation der Ergebnisse eingeladen, dies könnte im Herbst 2017 stattfinden.

Ansprechpartner im Kaiser-Karls-Gymnasium:

Leitung Bibliotheks-AG:       Wolfgang Scheuer und Johannes Maximilian Nießen

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Koordinatorin Kulturelles Lernen:    Katharina Baerens

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Maximilian Nießen

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